HOVON 177

Eine Studie zur Untersuchung der Wirkung der zusätzlichen Gabe von Revumenib zur Behandlung mit Venetoclax + Azacitidin bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer spezifischen Genanomalie, die zuvor nicht behandelt wurden und für die eine intensive Chemotherapie nicht in Frage kommt

Die Behandlung von Patienten mit neu diagnostizierter AML, für die eine intensive Chemotherapie nicht infrage kommt, stellt nach wie vor einen Bereich mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf dar. Die Kombinationstherapie mit zwei Medikamenten, Azacitidin und Venetoclax, ist das übliche Vorgehen. Dies hat zwar zu deutlichen Fortschritten in der Behandlung geführt, jedoch dennoch nicht zu einer Heilung und sie kann mit der Zeit zu Rückfällen der Krankheit führen. Das Hauptziel dieser Studie besteht darin, zu beurteilen, ob der Zusatz von Revumenib zur Behandlung mit Azacitidin und Venetoclax das Gesamtüberleben (overall survival; OS) bei erwachsenen Patienten mit einer Mutation im NPM1- oder KMT2A-Gen und mit neu diagnostizierter AML verlängert, die nicht für eine intensive Chemotherapie infrage kommen. Es handelt sich um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie, bei der die Teilnehmer bis zum Fortschreiten der Erkrankung, dem Auftreten von Nebenwirkungen oder dem Tod behandelt werden. Ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des letzten Patienten wird eine 4-jährige Nachbeobachtungsstudie durchgeführt, um die Überlebensdauer und die Besuchstermine zur Nachbeobachtung zu erfassen. Etwa 415 bislang unbehandelte Patienten mit einer Mutation im NPM1- oder KMT2A-Gen und mit neu diagnostizierter AML, die nicht für eine intensive Chemotherapie infrage kommen nehmen an der Studie teil. Die Patienten müssen ≥ 18 Jahre alt sein. Die Teilnehmer werden hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen der Studienbehandlung engmaschig überwacht. Bei schweren oder zu vielen Nebenwirkungen kann die Dosierung eines oder mehrerer Arzneimittel verringert bzw. die Dosisgabe unterbrochen werden. Die Entnahme von zusätzlichem Blut und Knochenmark stellt für die Studienteilnehmer weder ein zusätzliches Risiko noch Beschwerden dar.

Untersuchte Intervention

Die aktuelle Studie untersucht, ob der Zusatz von Revumenib zur Kombinationstherapie die Prognose für AML-Patienten mit einer Mutation im NPM1- oder KMT2A-Gen verbessert.

Die infrage kommenden Patienten werden per Los in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhält Azacitidin/Venetoclax mit Revumenib. Die andere Gruppe erhält Azacitidin/Venetoclax mit Placebo (Arzneimittel ohne Wirkstoffe). Azacitidin wird mittels Injektion (subkutan oder intravenös) verabreicht. Venetoclax und Revumenib oder Placebo werden als Tabletten verabreicht. Die Patienten werden in 28-tägigen Zyklen bis zum Fortschreiten der Erkrankung, einer inakzeptablen Toxizität oder zum Tod behandelt.

Während der Studie gehören die meisten (Diagnose-)Verfahren zur standardmäßigen Behandlung. Bitte beachten Sie, dass innerhalb von 2 Jahren maximal 4 zusätzliche Knochenmarkuntersuchungen durchgeführt werden und regelmäßig Herzaufzeichnungen vorgenommen werden. Wenn die Knochenmarkuntersuchung gemäß der standardmäßigen Behandlung durchgeführt wird, wird für die Studie zusätzliches Knochenmark (ungefähr 20 ml) entnommen. Wenn die Blutentnahme gemäß der standardmäßigen Behandlung erfolgt, wird auch zusätzliches Blut abgenommen. Die Patienten werden außerdem gebeten, für die Studie Fragebögen zur Lebensqualität auszufüllen.

Kriterien zur Teilnahme
Eingeschlossen werden können:

  • Patienten mit neu diagnostizierter NPM1-mutierter AML, übereinstimmend mit NPM1c, gemäß der Internationalen Konsensusklassifikation 2022 (d. h. ≥ 10 % Blasten). ODER Patienten mit neu diagnostizierter KMT2A-rearrangierter AML gemäß der Internationalen Konsensusklassifikation 2022 (d. h. ≥ 10 % Blasten).
  • Patienten, die mindestens 18 Jahre alt sind (keine obere Altersgrenze)
  • Patienten, die nicht für eine intensive Induktionschemotherapie in Frage kommen

Ausschlusskriterien
Nicht eingeschlossen werden können:

  • Patienten die zuvor wegen AML behandelt wurden
  • Patienten mit Akuter Promyelozytenleukämie (APL)
  • Patienten mit einer signifikanten aktiven Herzerkrankung innerhalb von 3 Monaten vor Beginn der Studienbehandlung
  • Patienten mit aktiven Infektionen, die vor Studienbehandlung unkontrolliert sind und die Studienziele beeinträchtigen könnten oder die den Patienten durch die Teilnahme an der klinischen Studie einem unangemessenen Risiko aussetzen könnten; Infektionen, die mit einer zugelassenen antibiotischen/ antiviralen/ antimykotischen Behandlung, die kein starker oder mäßiger CYP3A-Induktor ist, kontrolliert werden, sind erlaubt.
  • Patienten die eine andere aktuelle Krebserkrankung haben
  • Patientinnen die schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen

Weitere Studien: Leukämie

Rekrutierung abgeschlossen

CLL 17

Eine prospektive, randomisierte, unverblindete, multizentrische Phase-III-Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Ibrutinib Monotherapie gegen eine zeitlich begrenzte Therapie mit Venetoclax plus Obinutuzumab oder Ibrutinib plus Venetoclax bei Patienten mit bislang unbehandelter chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) - CLL17

Rekrutierung abgeschlossen

HOVON 150

Eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studie mit Ivosidenib oder Enasidenib in Kombination mit einer Induktionstherapie und einer Konsolidierungstherapie, gefolgt von einer Erhaltungstherapie bei Patienten mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom mit Blastenüberschuss-2, mit einer IDH1- bzw. IDH2-Mutation, die für eine intensive Chemotherapie in Frage kommen.

Rekrutierung abgeschlossen

HOVON 155

Eine randomisierte multizentrische Phase-II-Studie zur Bewertung der Verträglichkeit und Wirksamkeit der Zugabe von Midostaurin zu 10-tägigem Decitabin bei unfit (d.h. HCT-CI ≥ 3) erwachsenen AML- und Hochrisiko-Myelodysplasie (MDS)-Patienten (IPSS-R > 4,5). Eine Studie im Rahmen des Masterprotokolls von parallelen randomisierten Phase-II-Studien bei UNFIT- AML/Hochrisiko-MDS-Patienten.

Rekrutierung abgeschlossen

HOVON 156

Eine multizentrische, offene, randomisierte Phase-3-Studie zu Gilteritinib im Vergleich zu Midostaurin in Kombination mit Induktions- und Konsolidierungstherapie, gefolgt von einer einjährigen Erhaltungstherapie bei Patienten mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML) oder myelodysplastischen Syndromen mit Blastenüberschuss-2 (MDS-EB2) mit FLT3-Mutationen, die für eine intensive Chemotherapie in Frage kommen.

HOVON 173

Eine Studie zur Untersuchung der Wirkung der Zugabe von Venetoclax zur Behandlung mit Ivosidenib und Azacitidin bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) mit einer spezifischen Genanomalie, die zuvor nicht behandelt wurden und nicht für eine intensive Chemotherapie in Frage kommen