Swiss Cancer Institute Awards 2026

SCI und Partner zeichnen Krebsforschungsprojekte aus

Das Swiss Cancer Institute (SCI) fördert seit Jahrzehnten unabhängige klinische Krebsforschung auf höchstem Niveau in der Schweiz. An ihrer Halbjahresversammlung 2026 in Baden ehrte die SCI acht herausragende Forschungsprojekte mit Preisen im Gesamtwert von CHF 210'000. 
Ausgezeichnet wurden sowohl etablierte als auch junge Forschende, die mit ihren Studien wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung der Onkologie und Hämatologie leisten. 

Mit den SCI-Awards und der engen Zusammenarbeit mit Industrie- und Forschungspartnern stärkt die SCI gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs und die internationale Exzellenz der Krebsforschung in der Schweiz.

 

Die Gewinner 2026

SCI/AbbVie Digital Innocation Award: IMPRINT – ImmunoProfiling Repertoire INtegration for Treatment prediction

Das Projekt «IMPRINT» kombiniert hochauflösende T-Zell-Rezeptor-Sequenzierung (TCR) mit maschinellem Lernen, um das Ansprechen auf Immuncheckpoint-Inhibitoren bei Melanom und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) besser vorherzusagen. Dr. Johanna Chiffelle von CHUV-UNIL, Lausanne, möchte die gewonnenen Daten in ein benutzerfreundliches digitales Reporting-Tool integrieren. Dieses soll komplexe KI-basierte Analysen mit etablierten Biomarkern und klinischen Patientendaten zusammenführen und Ärztinnen und Ärzte bei Therapieentscheidungen im Tumorboard unterstützen. Für dieses Projekt wurde Dr. Johanna Chiffelle mit dem SCI/AbbVie Digital Innovation Award ausgezeichnet.

Viviane Hess, Miklos Pless, Johanna Chiffelle, Thomas Birchler, Vincent Gruntz

SCI/AstraZeneca Transform Care Award: PILOT-BiTE Prospective Identification of Low-risk Outpatient Tarlatamab Candidates Using Wearables and Cytokine Kinetics

Das Projekt «PILOT-BiTE» ist der erste Teil des übergeordneten «SAFE-BiTE» Projekts und untersucht, wie bispezifische T-Zell-Therapien (BiTEs) bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs sicher ambulant eingesetzt werden können. Mithilfe von Wearables werden Vitalparameter kontinuierlich erfasst und mit Biomarkern im Blut kombiniert, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und Patientinnen und Patienten mit geringem Risiko für eine ambulante Behandlung zu identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für zukünftige multizentrische Studien und sichere ambulante Behandlungsstandards schaffen. Dr. med. Jorune Pikeli wurde für das Projekt mit dem SCI/AstraZeneca Transform Care Award ausgezeichnet.

Viviane Hess, Jorune Pikeli, Adam Nosal, Martin Früh, Vincent Gruntz

SCI/Novartis Together for Patients Award: Biomarkers to improve quality of life and outcome of treatment-free remission in CML patients

Das Projekt «Biomarkers to improve quality of life and outcome of treatment-free remission in CML patients» untersucht, welche Patientinnen und Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) langfristig von einem Absetzen ihrer Therapie profitieren können. Dr. Emmanuel Häfliger möchte dazu verschiedene biologische und immunologische Merkmale untersuchen und mögliche Biomarker identifizieren, die den Erfolg einer therapiefreien Remission besser vorhersagen können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen eine gezieltere Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten ermöglichen und dazu beitragen, langfristig sowohl die Behandlungsergebnisse als auch die Lebensqualität von Menschen mit CML zu verbessern. Für dieses Projekt wurde Dr. Emmanuel Häfliger mit dem SCI/Novartis Together for Patients Award ausgezeichnet.

Viviane Hess, Emmanuel Häfliger, Milica Zecevic, Vincent Gruntz

SCI/Gilead Expanding Horizons in Ongology Award: GLP-1 Receptor Agonists Impact on Symptoms, Quality of Life, and Adherence in Patients with HR+/HER2− Early Breast Cancer Receiving Adjuvant Endocrine Therapy

Das Forschungsprojekt untersucht den Einfluss von GLP-1-Rezeptor-Agonisten auf Beschwerden, Lebensqualität und Therapietreue bei Patientinnen mit frühem HR+/HER2− Brustkrebs, die eine adjuvante endokrine Therapie erhalten. Dr. med. Elena Diana Chiru vom Kantonsspital Baselland möchte untersuchen, ob diese Medikamente therapiebedingte Beschwerden reduzieren und gleichzeitig metabolische Faktoren positiv beeinflussen können. Dafür werden über zwölf Monate unter anderem Lebensqualität, Müdigkeit, Schmerzen, körperliche Aktivität, Stoffwechselparameter und Therapietreue untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Verträglichkeit der endokrinen Therapie und die Lebensqualität der Patientinnen langfristig zu verbessern. Für dieses Projekt wurde Dr. med. Elena Diana Chiru mit dem SCI/Gilead Expanding Horizons in Oncology Award ausgezeichnet.

Vincent Gruntz, Sacha Rotschild, Elena Diana Chiru, Martino Pedrani, Viviane Hess, Philip Becker

SCI/Gilead Expanding Horizons in Oncology Award: Advanced International Fellowship in the Early Drug Development Unit at The Royal Marsden / Institute of Cancer Research

Das «Advanced International Fellowship in the Early Drug Development Unit at The Royal Marsden / Institute of Cancer Research» ermöglicht Dr. med. Martino Pedrani eine zwölfmonatige Weiterbildung in einer der führenden europäischen Einrichtungen für frühe klinische Studien. Im Rahmen des Fellowships vertieft er seine Expertise in der frühen Arzneimittelentwicklung, in Phase-1-Studien sowie in der Verbindung von translationaler Forschung und klinischer Anwendung. Das erworbene Wissen soll anschliessend in den Ausbau des Early-Phase-Studienprogramms am Oncology Institute of Southern Switzerland (IOSI/EOC) einfliessen und Patientinnen und Patienten in der Schweiz einen besseren Zugang zu innovativen Krebstherapien ermöglichen. Für dieses Fellowship wurde Dr. med. Martino Pedrani mit dem SCI/Gilead Expanding Horizons in Oncology Award ausgezeichnet.

Vincent Gruntz, Sacha Rotschild, Elena Diana Chiru, Martino Pedrani, Viviane Hess, Philip Becker

SCI/Roche Young Investigator Award: Curative-intent treatment strategies and outcomes in metaplastic breast cancer

Das Projekt «Curative-intent treatment strategies and outcomes in metaplastic breast cancer» untersucht die Behandlung und Therapieergebnisse bei Patientinnen mit metaplastischem Brustkrebs, einer seltenen und aggressiven Form von Brustkrebs. Anne-Murielle Hollinger möchte im Rahmen einer schweizweiten multizentrischen Studie untersuchen, wie Patientinnen auf verschiedene Therapieansätze ansprechen und welche Faktoren mit einer Therapieresistenz zusammenhängen. Zusätzlich wird das Tumorumfeld analysiert, um mögliche Biomarker für das Therapieansprechen zu identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Behandlungsentscheidungen bei dieser seltenen Brustkrebsform gezielter zu treffen und langfristig die Therapieergebnisse zu verbessern. Für dieses Projekt wurde Anne-Murielle Hollinger mit dem SCI/Roche Young Investigator Award ausgezeichnet.

Viviane Hess, Martin Früh, Anne-Murielle Hollinger, Vincent Gruntz, Sandra Frommel

SCI/Astellas GU-GI Research Award: Mast-cell derived nerve growth factor drives ILC2 pro-tumoral functions in bladder cancer

Das Projekt «Mast-cell derived nerve growth factor drives ILC2 pro-tumoral functions in bladder cancer» untersucht die Rolle bestimmter Immunzellen bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Blasenkrebs. Camilla Jandus, MD und ihr Team konnten zeigen, dass der Nervenwachstumsfaktor NGF bestimmte Immunzellen aktiviert und dadurch das Tumorwachstum fördern kann. Die gezielte Blockierung dieses Signalwegs könnte einen neuen therapeutischen Ansatz darstellen und insbesondere die Wirksamkeit von Immuntherapien bei bislang therapieresistenten Patientinnen und Patienten verbessern. Für dieses Projekt wurde Camilla Jandus mit dem SCI/Astellas GU-GI Research Award ausgezeichnet.

Viviane Hess, Richard Cathomas, Maria Böhm, Camilla Jandus, Vincent Gruntz

SCI/BMS HEM Pioneer Award: Pre-transplant respiratory syncytial virus (RSV) vaccination in allogeneic hematopoietic cell transplant recipients: a randomized proof-of-concept trial

Das Projekt «Pre-transplant respiratory syncytial virus (RSV) vaccination in allogeneic hematopoietic cell transplant recipients» untersucht, ob eine RSV-Impfung bereits vor einer allogenen Stammzelltransplantation einen besseren Schutz vor schweren Atemwegsinfektionen bieten kann. Dr. Jonas Lötscher möchte untersuchen, ob die vor der Transplantation aufgebaute Immunität auch während der besonders vulnerablen ersten Monate nach dem Eingriff erhalten bleibt. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) und damit verbundene Komplikationen bei Patientinnen und Patienten nach einer Stammzelltransplantation zu reduzieren. Für dieses Projekt wurde Dr. Jonas Lötscher mit dem SCI/BMS HEM Pioneer Award ausgezeichnet.

Viviane Hess, Gabriela Baerlocher, Carla Walti (Vertretung Jonas Lötscher), Erich Weber, Vincent Gruntz
Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!